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Nachruf auf SAID

(c) M. Ploszewska, 2013
(c) M. Ploszewska, 2013

Zum großen Bedauern des Präsidiums ist unser langjähriges KOGGE-Mitglied SAID im Mai erst 73-jährig in München verstorben. Mit ihm verstummt eine der profiliertesten literarischen Stimmen des Landes.

KOGGE-Präsident Prof. Uli Rothfuss hat einen sehr persönlichen Nachruf auf den bedeutenden Dichter iranischer Herkunft und deutscher Sprache verfasst:

 

 

SAID.

 

Der Dichter der Liebe.

Von Prof. Uli Rothfuss.

 

Unsere erste Begegnung liegt bald 25 Jahre zurück, ich Kulturdezernent, Schriftsteller, er der Dichter, auch in seinen Erzählungen und Essays der Dichtung verpflichtet, wir beide verstanden uns auf Anhieb, er mit seiner Liebe zum Orient, ich mit unbändigem Interesse an jener Weltgegend, und ich lud ihn ein, zur Lesung in die Hesse-Stadt.

 

Wir verbrachten die Tage miteinander, entdeckten ein Stück weit den Schwarzwald, gingen den Spuren Hesses nach, des auch Grenzüberwinders, oder Grenzen nicht Anerkennenden, in seiner Geburtsstadt, er kam nach Hause, wir diskutierten, ich, der ich oft im Kaukasus war, in der Nachbarschaft seiner Heimat Iran, wir tranken kaukasischen Wodka, schwarzen, süßen Tee, wir rauchten, diskutierten. Er signierte mir seine Bücher, acht davon stehen in meinen Regalen, am liebsten mir sein grandioser Band mit Liebesgedichten, „Sei Nacht zu mir“ (C.H.Beck). Und wir fanden so Stück um Stück in Freundschaft zusammen – die standhielt, auch in der Zukunft. Er, PEN-Präsident, animierte mich, dazu zu kommen. Wir wechselten e-mails, er schickte mir neue Gedichte, wir trafen uns, in München, und immer freundlich, einander in Freundschaft verbunden, in zuvorkommendem, achtungsvollem, von gegenseitiger Wertschätzung geprägtem Umfang; seine Gedichte, vor allem seine wunderbaren Liebesgedichte, verließen mich nicht, wurden zu Begleitern, und ich sah die Gedichte in ihm, wann immer ich ihn traf, mit ihm zusammen sein konnte, und wenn wir, manchmal lange, uns nicht trafen, sah ich ihn in den Gedichten.

 

Er erzählte, er konnte wunderbar erzählen, von seiner Kindheit, im Iran, von seinem Herüberkommen, nach Deutschland, der Rückkehr, nach der Revolution, der Enttäuschung von neuer Repression, der Rückkehr nach Deutschland. Er, SAID, war mein Gast, zu Hause. Wenn man mich fragt, würde ich ihn als meinen Freund bezeichnen. Wahrscheinlich würde auch er so antworten. Unser Kontakt war unstet, unregelmäßig, aber er blieb herzlich, er blieb der Freundschaft verpflichtet, dem gemeinsamen Anliegen der Behaustheit in der Sprache.

 

Nun ist er gestorben. An einem Herzinfarkt, wie zu lesen ist. Er, der Dichter der Liebe, und der Freiheit, stirbt an einem Herzinfarkt. Wie passend ist das nun? Vielleicht hätte er selbst es sich so gewünscht.

 

Er war ein Dichter, der keine Grenzen kannte. Oder, sie vielleicht kannte, aber nie akzeptierte. Der Orient und Okzident nie getrennt sehen konnte. Für den es solche Grenzen nicht gibt, in Gedanken nicht, und in der Realität sah er sie vielleicht, akzeptierte sie aber nie, diese Negation spiegelte sich hinein in den Umgang mit Menschen, mit dem Gegenüber, dem er zusprach, dem er zuhören konnte.

 

Das darüber hinaus Denken war sein Ziel, nicht das an Grenzen stoßen – und aufgeben. Und das ohne Hass, ohne jeden Neid, ohne äußere Auflehnung. Als Dichter der Liebe hatte er den Anspruch, Grenzen durch Liebe zu überwinden; mit Gedichten, die diese Liebe formulieren, aber mehr – durch eine Haltung, eine Haltung des in-den-Arm-Nehmens, nicht konkret, solche Gesten waren ihm fremd, sie waren auch nicht nötig, wenn man in seine gütigen Augen blickte und sich aufgehoben fühlt, sondern gefühlt, mit Liebe, und Sprache, einer Sprache des den-Kopf-Waschens, auch nicht im Sinn des gewohnten Gebrauchs des Begriffs, sondern übertragen, des-Kopf-Waschens, um wach zu machen für die Erkenntnis der Liebe – liebe deinen Nächsten, so verstehe ich ihn, heute, SAID, liebe ihn, und der Hass verfliegt, die Nähe folgt, zwischen dir und mir, zwischen Ost und West, und die Differenzen werden marginal, denn der Mensch ist ein Mensch. So sah er, der im Iran Aufgewachsene, erst mit dem Terror des Shahs, später mit dem der Mullahs konfrontiert, die Religionen dennoch als Chance, aufeinander zugehen zu können – auch hier waren heraufbeschworene Grenzen für ihn keine wirklichen, der Dichter der Liebe sah auch in den Religionen zuerst das Verbindende, die Mahnung zur Toleranz, zum aufeinander Zugehen und den anderen in seinem Anderssein zu akzeptieren.

 

Er wir mir, er wird der Literatur, er wird der Welt fehlen. Wie gut, und es ehrt mich, dass er unsere deutschsprachige Literatur, unsere Poesie, bereichert. Wir können seine Literatur, gerade seine Gedichte, und damit ihn wieder und wieder lesen, seine Gedanken erleben, nacherleben. Ich, ja, ich will es tun. Heute. Morgen.

 

SAID war seit vielen Jahren Mitglied der Europäischen Autorenvereinigung Die KOGGE. Und er vereinte wie kaum ein anderer das Anliegen der Vereinigung: mit Literatur über Grenzen hinweg zu wirken, Literatur, Dichtung, als Vermittlerin zwischen Kulturen, und zwischen Menschen. Geboren im Iran, lebte er seit den 1960er Jahren in München, begann früh in der deutschen Sprache zu schreiben, die er sich schnell aneignete und in all ihren Nuancen beherrschte für seine großartige Dichtung, die mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet wurde. SAID starb knapp 74jährig im Mai an einem Herzinfarkt. http://www.said.at/.

 

Zum Schluss, zusammenfassend, ein Gedicht von ihm:

 

 

SAID

 

Und einmal

forderte ich dich auf,

ein Wort nachzusprechen,

ein einziges Wort,

ein Wort, das es nur nachts gibt.

 

(aus: Sei Nacht zu mir, C.H. Beck)

 

Telegramm

Liebe Autorinnen STOP liebe Autoren STOP liebe Freundinnen und Freunde STOP Das 50. KOGGE-Literaturforum Himmerod, das vom 13.05.2021 (Donnerstag) bis zum 16.05.2021 (Sonntag) stattfinden sollte, muss leider wegen der aktuellen Corona-Lage verschoben werden STOP Den nächsten Termin haben wir vom 19.08.21 (Donnerstag) bis zum 22.08.21 (Sonntag) reserviert STOP Alles andere, was wir geplant haben, bleibt bestehen STOP Bitte melden oder noch anmelden STOP Unbedingt bis Ende Juni 2021 STOP Pater Stephan lässt herzlich grüßen STOP Liebe Grüße von Malgorzata Ploszewska / Maggie STOP Bleibt gesund, munter und kreativ STOP

 

... weitere Infos siehe Terminkalender

Wir trauern um KOGGE-Mitglied Pjotr Szczepański

Foto: Malgorzata Ploszewska, 2007.
Foto: Malgorzata Ploszewska, 2007.

Piotr wurde 1954 in Mikołajki (Masuren) geboren, er lebte seit 40 Jahren in Danzig.

 

Er war Dichter, Webkünstler und Kulturmanager, als Künstler auch Mitglied des Polnischen Kunsthandwerkerverbandes. Szczepański studierte in Ciechanów das Kultur- Volksbildungs- und Bibliothekswesen und schloss es als Berufsschullehrer ab. Seitdem arbeitete er u.a. als Kulturhausleiter, Theaterpädagoge und Leiter der Stadtbezirkskultur in Danzig, bevor er ab 1980 den Theaterklub „Pinezka” übernahm. Daneben gründete und leitete er das Zentrum für Webkunst in Danzig, wo er auch unterrichtete.

 

Als Webkünstler nahm er an internationalen Workshops teil und hatte sechs eigene Kunstausstellungen u.a. in: Danziger Webzentrum, Kunstgalerie „S“, Zentrales Meeresmuseum.

 

In den neunziger Jahren übernahm Szczepański das Städtische Kulturhaus in Danzig, wo er u.a. den Dichterklub „Loco Motive“ ins Leben rief. 2004 leitete er das Kulturzentrum in Tczew bei Danzig sowie eine Schreibwerkstatt.

 

Seit den neunziger Jahren bis zu Letzt gab Piotr u.a. Poetikunterricht für Erwachsene und leitete seit 2005 den Klub „Bolek i Lolek“ in Danzig. Dort gründete und leitete er eine Haiku-Schule.

 

Szczepański arbeitete seit 2005 auch am europaweiten Projekt Lyrikbrücken von Bernd Kebelmann u.a. mit blinden Autoren als polnischer Koordinator mit.

 

Er war Mitgründer der Internationalen Lyrikergruppe QuadArt, die sich aus Kogge-Freundschaften entwickelt hatte. Für QuadArt organisierte er Lesereisen in Polen, von Warschau bis nach Danzig in verschiedenen Kultureinrichtungen.

 

Für seine Haiku erhielt Szczepański 2001 den 3. Preis der International Kusamakura Haiku Competition, Japan.

 

Er war Mitglied der Danziger Gruppe Haiku-Autoren, der Internationalen Lyrikergruppe QuadArt, der Europäischen Autorenvereinigung „Die Kogge“ und im Danziger Poetenclub.

 

Piotr Szczepański starb plötzlich am 23.11.2020 in Danzig, im Alter von 66 Jahren.

 

Neben unzähligen Beiträgen für Literaturzeitschriften und Anthologien schrieb Szczepański regelmäßig für Haiku-Anthologien (23); seit 2002 u.a. zu den Herausgaben von Ingo Cesaro, Kronach. Er veröffentlichte von 1976 bis 2020 17 Gedichtbände, war vertreten in Anthologien u.a. der Internationalen Lyrikergruppe QuadArt (7), der KOGGE (2), der Zeitschrift Matrix (2), des Danziger Poetenclubs (6). Seine Gedichte wurden in 44 Sprachen übertragen.

 

Info auf Polnisch in der Danziger Presse:

 

https://www.gdansk.pl/wiadomosci/nie-zyje-piotr-szczepanski-literat-plastyk-wspolzalozyciel-gdanskiego-klubu-poetow,a,184092

 

Die Jahrestagung der KOGGE in Stein ...

... muss leider wegen der aktuellen Corona-Lage komplett abgesagt werden.

Näheres entnehmen Sie bitte den Informationen in unserem Terminkalender.

KOGGE-Herausgaben seit 1958

KOGGE-Autorenkollege Bernd Kebelmann aus Berlin hat sich dankenswerter Weise eines Themas angenommen, das schon lange endlich einmal (wieder) auf der Webseite der KOGGE hätte veröffentlicht werden müssen: eine vollständige Liste aller seit der Wiedergründung der Autorenvereinigung nach dem Zweiten Weltkrieg erschienenen Anthologien und Zeitschriften mit der KOGGE als Themenschwerpunkt.

 

Schon alleine manche der Titel belegen eindrucksvoll den fortschreitenden Wandel der KOGGE zu einer demokratie- und europaaffinen Gemeinschaft von Schreibenden und Übersetzenden.

 

Ab sofort zu finden unter dem neuen Seitenreiter "KOGGE-Herausgaben". To be continued, wie zu hoffen steht - die Redaktion bittet um Beachtung.

Zum Tode von Friedrich-Wilhelm Steffen

 

Danke F.W. –

Ein aufrechter Mann der Kultur: Friedrich Wilhelm Steffen

 

Stets aufrecht warst du, F.W. Ein Mann der Prinzipien, mit kühlem Humor. Ein wahrer Mensch.

 

Seit 1992 als Geschäftsführer unserer KOGGE – dem Jahr, als ich in die Autorenvereinigung gewählt wurde; und ab 2006, als ich die Leitung der KOGGE übernahm, in der Reihe von Vorsitzenden, die gegenwärtig blieben, Inge Meidinger-Geise, Fritz Deppert, Karlhans Frank, waren es große Schuhe, in die ich steigen durfte. F.W. Steffen hat es mir leicht gemacht – er, der Kämpfer für Kultur, für Versöhnung, und für die KOGGE in Minden, eckte mitunter an, seiner Überzeugungen wegen, aber er blickte nach vorne, um unermüdlich für seine Werte einzustehen, für die Würde des Menschen, für den Wert von Kultur und insbesondere von Literatur. Wie viele Begegnungen hatten wir, bei unseren Tagungen, bei unseren Treffen dazwischen, kluge Austausche, und wie kenntnisreich sprachst du über die Werke von Mitgliedern – der stetige Sammler von insbesondere den geliebten Gedichten der Autorinnen und Autoren, von denen du viele verinnerlicht hattest und bei Gelegenheit anmerken konntest. F.W., der Mann mit der markanten Handschrift, die in den Briefen so unverkennbar aufschien. So richtig wollte F.W. Steffen nicht mehr in die Zeit der durchorganisiert auf Kosteneffizienz getrimmten Verwaltung passen, und mit seinem Rückzug aus beruflichem Amt und zwei Jahre später als Geschäftsführer blieb Zeit, mehr Zeit, für die Literatur, ja sogar für eigene, ernst zu nehmende Poesie.

 

Danke, F.W., für alles, was du mit großartigem Einsatz für unsere Europäische Autorenvereinigung getan hast, auch du hast damit an einem Europa der Verständigung über Grenzen hinweg Akzente gesetzt! Und Dank für deine menschliche Nähe, für alle kenntnisreichen Gespräche.

 

Nun ist er gestorben, plötzlich, für uns alle, gerade mal 75jährig. Wir verlieren mit F.W. Steffen unser Ehrenmitglied, einen unermüdlichen Kämpfer für unsere Europäische Autorenvereinigung Die KOGGE. Einen menschlichen Freund, einen kenntnisreichen Literaturliebhaber. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Uli Rothfuss

Präsident der Europäischen Autorenvereinigung Die KOGGE e.V.

 

Friedrich-Wilhelm Steffen 2014 in Himmerod (Foto: Ellen Eckhardt).
Friedrich-Wilhelm Steffen 2014 in Himmerod (Foto: Ellen Eckhardt).

Mit Bestürzung und Trauer haben wir vom Tod unseres langjährigen ehemaligen KOGGE-Geschäftsfüh-rers Friedrich-Wilhelm Steffen erfahren. Er starb am 25. April 2020 im Alter von 75 Jahren in Minden.

 

Nachstehend finden Sie einen kurzen Nachruf auf den unermüdlichen Streiter für die KOGGE von den Autorenkollegen Peter Küstermann und Marcus Neuert.

 

 

Zum Tode von Friedrich Wilhelm Steffen

 

Das Bild, welches man in den letzten Jahren von Friedrich Wilhelm Steffen in Minden präsent hatte, war das eines weißen Schopfes, der sinnend und leicht gebeugt durch die Bäckerstraße wandelte. Für wenige Minuten entflohen seiner Dachkammerexistenz im Rathaus, vergleichbar Spitzwegs „Armem Poeten“ – der er ja dann auch tatsächlich an seinem Lebensabend wurde, als er noch im fortgeschrittenen Alter selbst zu dichten begann. Bei vielen Himmerod-Nebentagungen der KOGGE war er als künstlerischer Beobachter wie auch als Lyriker vertreten. Als sehr belesener Kulturamtsleiter kümmerte er sich um die Belange der KOGGE, ausdauernd, intensiv und hingebungsvoll. Er war ein Sammler des Mindener literarischen Schaffens mit einem umfangreichen Archiv und einem Hang zur freien Szene (damals nannte man das Subkultur). Hilfesuchenden jungen Schreibenden half er mit seiner phänomenalen intimen Kenntnis aller Publikationen in seinen raumfüllenden Regalen. In unserer ostwestfälischen Kleinstadt war er eine Institution, ein Angelpunkt zwischen Politik, Verwaltung, AutorInnen und Schulen. Er war ein eigenwilliger, ungewöhnlicher und respektvoller Förderer jeglicher Literatur und wurde so langjähriger Geschäftsführer der KOGGE, der auch seinen Habermas und seinen Adorno gelesen hatte. Er engagierte sich besonders für finanziell weniger Bemittelte und für Überlebende des Nationalsozialismus. Dieser schöngeistige Ästhet passte nicht mehr in die gesellschaftlichen Umwälzungen des 21. Jahrhunderts. Die Digitalisierung der Verwaltung entsprach nicht seinem Arbeitsstil. Er wurde verbittert. Er war der einzige Mensch, der seinen Ärger sehr deutlich „nuscheln“ konnte: über Entmenschlichungstendenzen in der Verwaltung und im Kulturbetrieb. Als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz erhob ihn die KOGGE zum Ehrenmitglied. Und so werden wir die Erinnerung an ihn behalten: ein weißer Schopf, der sinnend und leicht gebeugt durch Mindens Bäckerstraße wandelt.

 

(Peter Küstermann und Marcus Neuert)

 

 

das wort


von dem ich nicht weiß
was es ersetzen soll


wartet


auf den tag
da es vom schweigen


erzählt

 

(Friedrich-Wilhelm Steffen, 1945-2020)

 

 

In der Ausgabe vom 01.05.2020 des "Mindener Tageblattes" erschien ein ausführlicher Nachruf auf Friedrich-Wilhelm Steffen, der hier verlinkt ist.

Meine Lagerhalle ist mein Gehirn ...

... ein offener Brief zur Rettung der Produktionsbedingungen von Literatur

 

Unter diesem Titel hat die VS-Vorsitzende von NRW, Sabine Lipan, einen scharfen, lesens- und unterstützenswerten Text zur Situation freischaffender SchriftstellerInnen unter dem derzeitigen Corona-Diktat verfasst. Während schon die ersten Betrüger in großem Stil Hilfsgelder abzocken und Firmen wie BMW trotz Unterstützung in Form von Kurzarbeitergeld Dividenden in Milliardenhöhe für ihre Shareholder auszahlen wollen, werden die Kulturschaffenden weitgehend im Stich gelassen. Sabine Lipans engagierter Brief: Bitte lesen, teilen und lautstark dafür trommeln! Vielen Dank an KOGGE-Mitglied Dr. Mark Behrens, der uns diese Information auch für die Nicht-VS-Mitglieder der KOGGE intern bekanntgab. Anbei der Wortlaut des offenen Briefes als pdf-Download.

Meine Lagerhalle ist mein Gehirn.pdf
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Nebentagung in Himmerod für 2020 abgesagt!

Das hat es in den 49 Jahren, seit das KOGGE-Literaturforum Himmerod existiert, noch nicht gegeben: die Nebentagung im Mai muss leider abgesagt werden. Das Coronavirus hat nun auch diese Veranstaltung zunichte gemacht. Lesen Sie hier den Kommentar der Initiatoren.

 

 

 

Liebe Kogge-Mitglieder und Himmerod-Fahrer,

 

gern wären wir mit Euch in die stille, entschleunigte Eifellandschaft, zu literarischer Arbeit und Kontemplation gefahren. Pater Stephan hätte sich, wie jedes Jahr, über uns gefreut.

 

Nun scheuen wir alle zusammen den Weg. Die Gründe sind bekannt. Es gibt sehr wenige Anmeldungen, wenige Texte für ein erstes Programm. Offenbar gehen die meisten berechtigt davon aus, dass wir, je nach Temperament, vernünftig sind oder resignieren, die neuen Gefahren fürchten, dass wir unterwegs, bei Kontakten mit Fremden, bei vertrauten Gesprächen mit Freunden nicht mehr sicher sind.

 

Also schicken wir Euch diese Flaschenpost: Grüße von Schiff zu Schiff.

 

Wir werden in aller Stille zu Hause überwintern. Wir möchten gesund bleiben, und wir hoffen auf das Frühjahr 2021. Denn zu Himmelfahrt 2021 werden wir mit Pater Stephan das 50. Jubiläum der Himmeroder Treffen feiern. Jeder, der mindestens einmal dabei war, sollte es nicht versäumen.

 

Für dieses Jahr, bis der Sturm sich legt oder bis zur Jahrestagung in Stein bei Nürnberg,

 

grüßen wir Euch

 

 

Małgorzata Płoszewska

Bernd Kebelmann

 

Reutlingen und Berlin, im März 2020

Zum Tode von Heinz G. Hahs und Josef Reding

Zwei ehemalige KOGGE-Mitglieder sind in den letzten Monaten von uns gegangen: der Mainzer Heinz G.Hahs bereits im vergangenen November, und der Dortmunder Josef Reding im Januar. Ein ehrendes Andenken gebührt diesen beiden großen Schriftstellern der Nachkriegszeit. Nachstehend verlinkt finden Sie die Nachrufe und die Wikipedia-Einträge.

 

https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/mainzer-literat-heinz-g-hahs-verstorben_20746051?fbclid=IwAR2GJLZy7RJXWRn3grpTHD4oKuHeILjzq5hy2TCPpZvCFX-RGD74SZwkZ7c

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_G._Hahs

Corona: Handreichungen für SchriftstellerInnen

Aus aktuellem Anlass geben wir Ihnen heute wichtige Informationen weiter, die der VS für Schreibende zusammengestellt hat: die wirtschaftliche Situation von so manchen KollegInnen könnte sich in nächster Zeit drastisch verschlechtern - Lesungen und Workshops etc. müssen ausfallen, Verdiensteinbußen drohen. Wie damit umgehen? Das nachstehende Informationsblatt gibt aufschlussreiche Hinweise.

 

Bleiben Sie gesund!

VS-Corona-Handreichung für Schrifsteller
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Stellungnahme zu den Morden in Hanau

Prof. Uli Rothfuss. Foto: H. Rygl
Prof. Uli Rothfuss. Foto: H. Rygl
Es ist eine Tat, die uns und alle, die menschlich fühlen, erschüttert, fassungslos macht. Sprachlos.

 

Ein offenbar rassistischer Täter hat feige und hinterhältig elf Morde begangen. Er hat Hoffnungen, Träume, er hat die Zukunft von Menschen, Familien zerstört. 

 

Die braune Saat geht auf. Wir denken an die Opfer, wir denken an ihre Angehörigen, an ihre Freunde. Im Moment kann nur eines gelten: Lasst uns, Freunde, Autorinnen und Autoren, zusammenstehen, lasst uns Haltung zeigen. Es kann kein Pardon mehr geben, weder gegenüber den offen rassistisch und der Vielfalt in unserem Land feindlich Auftretenden, noch gegen die schleichend sich einnistenden Feinde unserer Gesellschaft, die "das wird man noch sagen dürfen" relativieren und damit den Nährboden für Hass und Hetze kultivieren.

 

Keine Akzeptanz mit diesen Feinden unserer Gesellschaft, keinerlei Toleranz - lasst uns, Kolleginnen und Kollegen, aufstehen, hinstehen, dagegenhalten. Benennen, wo es zu benennen gibt, und jede  Relativierung mit Wort und Haltung bekämpfen. Es kommt auf jede und jeden von uns an. Wir geben unser Land, wir geben unsere Gesellschaft, unsere Lebensform nicht den Gestrigen, den Hassrednern preis, egal aus welcher Richtung sie daherkommen.

 

Lasst uns mit den Opfern und ihren Lieben trauern. Und aus der Trauer den Zorn und die Kraft beziehen, hinzustehen und zu sagen: mit mir, mit uns nicht! - Das ist unser Land!

 

In Trauer, in Verbundenheit, bleiben wir menschlich.
Uli Rothfuss 
Präsident 

Unsere neue Geschäftsstellen-Koordinatorin

Nach dem Ausscheiden von Kristof Gippert, der sein Studium an der Akademie Faber-Castell in Stein im Oktober letzten Jahres erfolgreich abgeschlossen hat, ist die Geschäftsstellenko-ordination der KOGGE nun ab sofort wieder besetzt und entlastet unseren Präsidenten vor Ort vom Tagesgeschäft: Mit Mariam Jaiani haben die Mitglieder nun auch wieder eine neue Ansprechpartnerin, die für Kontaktaufnahmen und Anfragen zur Verfügung steht und unter der bekannten Mailadresse erreicht werden kann:

 

diekogge-stein@gmx.de

 

Herzlich willkommen!